Sah es Anfang der Woche noch nach einer schnellen und reibungslosen Maßnahme aus, müssen Paulson und Bernake nun um ihren Rettungsplan zittern.

th – Da sind sich auch die beiden Präsidentschaftskandidaten einig: Kein Rettungsgeld ohne Kontrolle. Im Senat wurde der Plan von den Republikanern sogar als „sozialistisch“ und „unamerikanisch“ bezeichnet. Den Demokraten fehlte schlichtweg ein Plan B. Was, wenn der Plan versagt? Wie ist sichergestellt, dass sich die Banken aus den geplanten 700 Mrd. nicht über Gebühr sanieren und der Staat die Kreditpakete zu teuer zurückkauft? Chris Dodd, demokratischer Abgeordneter und Chef des Senats-Bankenkomitees, machte deutlich, dass es nicht darum geht, den gesamten Plan zu beerdigen. „Wir wollen handeln“, bekräftigte er im Senat, „aber vorsichtig und verantwortungsbewusst, um das richtig zu machen.“

Dass für einen Rettungsplan, wie auch immer er verabschiedet wird, Steuermilliarden aufgebracht werden müssen, steht wohl ausser Zweifel, aber wie sieht die Zukunft der über fünf Millionen  Hausbesitzer mit  notleidenden Hypotheken aus. Zahlen diese dann im Grunde doppelt?

Und schliesslich sorgen sich die Konservativen in Amerika, ob die Finanzspritze nicht viel mehr Unheil anrichtet als die Krise an sich. Dass die Entscheidung nicht einfach ist, zeigt Amerika selber ja auch durch den eingeschlagenen Zick-Zack-Kurs. Erst rettet man und kauft auf, dann rettet man eine Bank wie Lehmann nicht und als nächstes will man 700 Mrd. locker machen. Auch die unterschiedlichen Reaktionen aus Europa zeigen, dass es für die Politik nicht einfach ist, eine finale und richtige Entscheidung zu treffen. So hat Finanzministerin Christine Lagarde einem Rettungsplan eine Absage erteilt, zumal nach ihrer Aussage die Banken Frankreichs auch viel gesünder sind. In London schliesst man indes einen Schulterschluss in der internationalen Krise nicht aus.

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Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH. Der Profinetzwerker zählt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugänglich zu machen. Außerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Herausgeber der BANKINGNEWS, welche 10 Jahre lang als Onlinemagazin und seit Sommer 2014 als Printzeitung (7.500 Empfänger) erscheint, sowie Autor verschiedener Fachbücher und Buchbeiträge.

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